Startseite »  Literatur »  Die Mütter-Mafia von Kerstin Gier

Die Mütter-Mafia von Kerstin Gier


Leichenraub von Tess Gerritsen
Gleich vorneweg: Detective Jane Rizzoli und Gerichtsmedizinerin Maura Isles sind diesmal nicht die Protagonisten. Zwar hat letztere einen kleinen "Gastauftritt", der Roman spielt jedoch weit vor ihrer Zeit. Trotzdem lohnt es sich auch für eingefleischte Fans der beiden Frauen, "Leichenraub" eine Chance zu geben.
Reisegutschein schön verpacken
Sie sind auf der Suche nach einem besonderen Geschenk, wissen aber nicht genau, was Sie schenken sollen? Wie wäre es mit einem Reisegutschein?
Wohnung als Seelenspiegel - was die Einrichtung über uns verrät
Ein Blick sagt bekanntlich mehr als tausend Worte - das gilt auch für die Wohnungseinrichtung. Wer die Wohnung eines fremden Menschen betritt, kann anhand der Einrichtung sehr schnell erkennen, wie ihr "Bewohner" tickt. Denn Möbel, Farbgestaltung und Dekoration der eigenen vier Wände sagen einiges über die Persönlichkeit eines Menschen aus.

Constanzes geordnetes Leben gerät von einem Tag auf den anderen aus den Fugen, als ihr Mann Lorenz plötzlich die Scheidung will. Korrekt, wie er als Staatsanwalt ist, möchte er die Trennung schnell unter Dach und Fach bringen. Kurzerhand quartiert er Constanze, den vierjährigen Sohn Julius und die pubertierende Tochter Nelly im Haus seiner kürzlich verstorbenen Mutter ein.

Dummerweise befindet sich das zukünftige Zuhause von Constanze, Julius und Nelly in einer Vorstadtsiedlung, in der sehr engagierte Supermütter das Sagen haben. Die Supermütter haben sich in der Mütter-Society, die nur ausgewählten Mitgliedern offen steht, zusammengeschlossen. Auf ihrer eigenen Homepage präsentieren sich die Mütter als tolerante, aufgeschlossene und fröhliche Haus- und Karriere-Frauen, die nur den Spaß am Mutter-Sein in den Vordergrund stellen und sich gegenseitig in liebevoller Unterstützung unter die Arme greifen. In der Praxis sieht das allerdings ganz anders aus. Constanze findet sich urplötzlich in einem Wettbewerb der Super-Mamis wieder, die darum wetteifern für jedes Problem eine pädagogisch korrekte Lösung zu haben. Das Leben in dieser Vorstadtsiedlung scheint sich fortan nur noch um entscheidenden Frühförderungskursen für die Kinder, um den perfekten Kuchen und das perfekte Heim zu drehen. Constanze, die mit ihrer pubertierenden Tochter, dem scheußlich eingerichteten Haus ihrer verstorbenen Schwiegermutter und den sich gegenseitig übertrumpfenden Super-Mamis kämpft, gerät von einer Katastrophe in die nächste. Unterstützung bekommt sie von ihrer Freundin Trudi, sowie von ihren neuen Nachbarinnen Mimi und Anne. Die bekennende Nicht-Super-Mami Anne, die kinderlosen Trudi und Mimi sowie Constanze gründen schließlich eine Gegenbewegung zur Mütter-Society – die Mütter-Mafia.

Kerstin Gier nimmt in diesem Roman die Super-Mamis gründlich auf die Schippe und hält ihnen einen Spiegel vor. Zwar sind die Charaktere – hoffentlich – überzeichnet, das tut dem kurzweiligen Lesevergnügen jedoch keinen Abbruch. Während sich Constanze von einer Katastrophe zur nächsten quält, denkt der Leser ein ums andere Mal: Das kommt mir bekannt vor. Wer eine tiefgründige Charakter-Studie erwartet, die zeigt, wie Constanze den Weg in ihr neues Leben meister, wird enttäuscht. Die Probleme, vor denen eine Frau - die bisher nicht berufstätig war und sich um Haus und Kinder gekümmert hat - in dieser Situation steht, werden nur kurz – dafür aber mit einer großen Portion Humor – geschildert. Wer ein kurzweiliges Lesevergnügen sucht und sich schon lange über die selbsternannten Super-Mamis ärgert, ist mit diesem Roman sehr gut bedient. Eine Fortsetzung findet „Die Mütter-Mafia“ übrigens im Roman „Die Patin“.

Trackback-URL: http://www.beautiful-things.info/index.php?p=articles&do=trackback&sid=61

Einen Kommentar schreiben