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Shisha - Die Wasserpfeife


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Die Shisha (auch: Nargile, Hookah, Hubbly Bubbly) ist eine Pfeifenart, die grob als „Smoking Instrument“ deklariert ist. Das besondere Detail steckt schon im Namen – das Wasser. Die Wasserpfeife ist heute in Deutschland mehr als nur ein Rauchgerät, es steht für Jugendkultur gleichermaßen wie für den Orient. Aber woher kommt die Wasserpfeife wirklich? Was sind ihre Gefahren, was die Vorteile? Was ist dran an Horrorberichten aus den Medien und wie groß ist der Shishamarkt in Deutschland tatsächlich? Die Antwort auf diese Fragen sowie nützliche Informationen, Tipps und Hinweise werden nachfolgend erläutert.

Geschichte und Tradition

Die Wasserpfeife stammt Gerüchten zufolge mal aus Indien, mal aus Ägypten, dann wieder aus China oder der Türkei. Tatsächlich stammen die ersten fundierten Ausgrabungen von Wasserpfeifenvorläufern aus Zentralafrika und sind mindestens 700 Jahre alt. Wie sich die Shisha den Weg nach Nordafrika, den Orient, Asien und schließlich zu uns gebahnt hat ist historisch kaum zu belegen, allerdings steht fest, dass auch in Indien und China schon vor Jahrhunderten Wasserpfeifen finden ließen. Damals bestand sie noch hauptsächlich aus einer Kokosnuss und einem Bambusrohr, die Funktionsweise dürfte allerdings ähnlich der heutigen sein. Die uns bekanntesten Modelle stammen allerdings aus dem nordafrikanischen bzw. vorderasatischem Raum, wo die Shisha einen festen Bestandteil der Kultur darstellte und noch heute eine wesentliche Rolle im Leben vieler Einwohner spielt.

Die arabische Kultur offenbart uns die Wasserpfeife als das Symbol für Gastfreundschaft und Geselligkeit. In so genannten Tee-Häusern (am ehesten vergleichbar mit Coffeeshops oder modernen Shisha-Cafés) wurden Wasserpfeifen gemeinsam und gemeinschaftlich geraucht. Auch auf Familienfesten oder an Feiertagen durfte die Nargile nicht fehlen. Wie heute auch ist die Wasserpfeife hauptsächlich von Männern genutzt worden, damals wahrscheinlich aber hauptsächlich aufgrund der sozialen und hierarchischen Umstände. Bis heute ist die Shisha eines der bekanntesten und beliebtesten Erinnerungsstücke aus dem letzten Ägypten-Urlaub – mit dem Unterschied, dass sie heute nicht mehr in der Vitrine verstaubt.

Aufbau und Funktion

Die Shisha besteht im Prinzip aus vier Elementen:
Die sog. Bowl bildet die Basis, sie ist der Behälter, in der sich das Wasser befindet. In die Bowl führt die Rauchsäule, auf ihr sitzt der Tabakkopf. An die Rauchsäule gekoppelt ist der Schlauch und damit ist die Shisha im Prinzip funktionsfähig. Im Normalfall gehört jedoch noch ein Kohleteller zu einer vollständigen Shisha, welcher sich zwischen Rauchsäule und Kopf befindet. In den Kopf wird der Tabak gefüllt und in die Bowl das Wasser. Die Rauchsäule sollte einige Zentimeter in's Wasser ragen. Durch ein glühendes Stück Kohle wird der Tabak erhitzt, wodurch dieser teilweise verdampft. Der Dampf wird durch die Rauchsäule in die Bowl und damit durch das Wasser gezogen, gelangt in den Schlauch und wir durch diesen eingeatmet. Das Prinzip ist hier nicht sofort zu durchschauen aber denkbar einfach: Die Hitze wird sozusagen in den Tabak gesogen, wodurch die Feuchtigkeit in diesem verdampft. Der entstandene Dampf wird dann wiederum gezogen, sodass er ins Wasser gelangt. Da der Dampf leichter ist, steigt er in Blasen an die Wasseroberfläche. In dem Hohlraum zwischen Rauchsäule und Wasseroberfläche sammelt sich der aufgestiegene Dampf und wird durch die eine Öffnung in den Schlauch gesogen. Von hier aus gelangt der Dampf zum Konsumenten und in die Lunge.

Der Tabakkopf (auch Tabak"topf") besteht in der Regel aus Ton, seltener aus Metall oder anderen Materialien wie Bimsstein. Er ist so geformt, dass er per Dichtung auf die Rauchsäule passt und eine Schale bildet, in der Platz für den Tabak ist. Der Kopf ist von innen hohl, am oberen Teil befindet sich eine, normalerweise aber mehrere Öffnungen, in Form von kleinen Löchern. Seine Form variiert mittlerweile, das Grundprinzip ist allerdings immer gleich.

Zwischen dem Kopf und der Rauchsäule befindet sich der Kohleteller. Der Teller ist aus Metall und ebenfalls schalenförmig. Er liegt rund um den obersten Teil der Rauchsäule und dient der Ablage von Kohle oder Tabakresten. Der Kohleteller ist kein nötiges Zubehör, jedoch Standardequipment jeder Shisha.

Die Rauchsäule kann als das "Herzstück" bezeichnet. Sie verbindet den Kopf mit der Bowl und damit den Tabak mit dem Wasser. Die Rauchsäule besteht aus Metall, wie z.B. Messing, und ist daher oft sehr massiv. Der Teil, der in die Bowl ragt wird als "Tauchrohr" bezeichnet, da er sozusagen im Wasser eintaucht. Durch die Rauchsäule, welche im Schnitt circa 1 cm Durchmesser hat, wird der Dampf, der im Kopf entsteht, in die Bowl geleitet. Oft ist die Rauchsäule sehr verziert, mit Gravierungen, bunten Perlen oder Bildern.

Der Glasbehälter am unteren Teil der Shisha, der auch als Bowl bezeichnet wird, beinhaltet das Wasser, wodurch die Pfeife ihren Namen bekommt. Die Bowl ist normalerweise aus Glas, Metall oder Acryl und nur noch bei "historischen" Modellen aus anderen Materialien. Wie alle Einzelteile, gibt es auch die Bowl in verschiedenen Größen, Formen und Farben. Allerdings bildet die Bowl bei den meisten Shishas auch den Fuß, daher muss ihr Boden so geformt sein, dass er standsicher ist.

Die Verbindung von der Shisha hin zum Konsumenten ist der Schlauch. Der Schlauch ist, auch abhängig von der Größe der Shisha, zwischen einen bis zwei Meter lang und bis zu einige Zentimeter dick. Er besteht aus einer Metallspirale, die von Kunstleder oder ähnlichem überzogen ist, einem Anschlussteil und einem Mundstück. Auch der Schlauch ist mitunter verziert und in den verschiedensten Farben zu finden, seine Form variiert jedoch nur geringfügig. Der Schlauch wird in die Rauchsäule in einen dafür vorhergesehen Anschluss gesteckt, dieser ist, wie die Rauchsäule, mit der Bowl verbunden. Dadurch ist es möglich, den Dampf, der in Blasen aus dem Wasser steigt, einzusaugen. Das Mundstück endet in einem Metallstück, welches direkt an den Mund geführt wird und an demzufolge auch gezogen wird. Das Mundstück ist aus Holz gefertigt, wie das Anschlussteil, und ist daher unbeweglich, im Gegensatz zum Rest des Schlauchs.

Leider wird die Shisha immer wieder mit der "Bong" verwechselt. Die Bong ist konzipiert um Stoffe in kleinen Mengen zu verbrennen und durch eine mit Wasser gefüllte Bowl zu ziehen. "Stoffe" ist bewusst gewählt, da diese Art der Wasserpfeifen häufig zum Konsum von Drogen genutzt wird. Auch wenn das System ähnlich ist, sind die Verwendungsgründe doch grundlegend andere. Außerdem wird bei der Bong wirklich verbrannt, sodass Rauch entsteht, nicht eben hauptsächlich Dampf, wie bei der Shisha.

Die Shisha lässt sich meist an dem Schlauch erkennen, außerdem an dem großen Tonkopf und der Metall-Rauchsäule.

Wirkungen der Shisha sind bis heute nur oberflächlich bekannt. Allgemein bemerken einige Raucher ein leichtes Schwindelgefühl, Übelkeit oder Kopfschmerzen, wahrscheinlich ausgelöst durch das Nervengift Nikotin, welches im Tabak steckt. Viele Shisharaucher betonen auch den Entspannungs(„Chill“-)Faktor, der sowohl durch den Nikotinkonsum als auch durch fehlende Durchblutung mit Sauerstoff erklärt werden kann.

Schädlichkeit und Medienberichte

Inwiefern die Shisha schädlich ist, das wird gerade in Studien des Bundesamtes für Risikobewertung (BfR) getestet. Hier soll mit Hilfe von Langzeitstudien und wissenschaftlich fundierten Tests möglichst exakt aufgezeichnet werden, inwiefern die Wasserpfeife den menschlichen Körper schädigt. Dies ist aus Sicht vieler Shishakonsumenten notwendig, da die Berichterstattung in Deutschland in Bezug auf die Shisha kaum von Aufklärung und intensiven Recherchen zeugen. Doch woher kommen Aussagen, die Shisha sei so giftig wie 20 Zigaretten?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlichte vor einigen Jahren eine Studie über die Gefahren der Wasserpfeife. Dieser Bericht wurde unter der Aufsicht eines amerikanischen und eines arabischen Wissenschaftler geleitet und basiert auf einem weiteren Bericht, der vor gut 2 Jahrzehnten im Libanon veröffentlicht wurde. In diesem Bericht geht hervor, dass die im Rauch der Shisha enthaltenen Schadstoffe die einer gewöhnlichen Zigarette um das 20 fache übersteigen. Das dies nur auf einen einzigen Wert des Tests anspielt und die Rauchtechnik und Nutzung der Pfeife in dieser Region sich von heutigen Umständen in Deutschland komplett abweicht, das wird gerne vergessen. Im Vergleich zu hier üblichen Methoden bildet die Wasserpfeife in arabischen Ländern oft einen Ersatz für Zigaretten. Schwarzer Naturtabak (Zaghoul bzw. Zaghloul) wurde direkt durch die heiße Kohle verbrannt, sodass diese Ergebnisse mit dem heutigen Verdampfen des angefeuchteten Fruchttabaks kaum vergleichbar sind. Daher sind speziell Medienberichte, die auf eine sehr hohe Schädlichkeit und Suchtgefahr hinweisen, mit nötigem Abstand zu betrachten – jedenfalls bis aktuelle Testergebnisse zur Verfügung stehen, die durch professionelle Wasserpfeifenkonsumenten beaufsichtigt wurden.

Wichtig ist jedoch: Rauchen schadet der Gesundheit, in allen Formen. Auch das inhalieren von verdampften Stoffen ist definitiv nicht gesundheitsfördernd!

Der Shisha-Trend in Deutschland

Die Shisha hat Anfang der 21. Jahrhunderts den Sprung in westliche Hemisphären geschafft, in Deutschland, Frankreich und den USA ist sie heute überaus beliebt und repräsentiert eine ganze Jugendkultur. Mit dieser Entwicklung veränderte sich der Shisha-Markt grundlegend. Heute gibt es unzählige Online-Shops, die Wasserpfeifen in allen Größen, Formen, Farben und Qualitätsstufen, von 20-200€ ist alles möglich. Gab es vor einigen Jahren nur wenige unterschiedliche Wasserpfeifentypen, so gibt es heute weit mehr als nur eine Hand voll hochwertiger und bekannter Shishahersteller, die ihre Waren in aller Welt ein- und verkaufen. Besonders China hat sich als Produktionsort bewährt, aber auch z.B. böhmisches Glas wird verwendet. In Deutschland erfreuen sich vor allem jugendliche Shisha-Freunde an der plötzlichen Auswahl. Neben Pfeifenmodellen wird auch Zubehör kontinuierlich weiterentwickelt und produziert, genauso wie Shisha-Kohle. Die stärkste Entwicklung durchläuft aber der Tabak. Dieses Tabakgemisch ist die Essenz des Rauchgenusses der Shisha, daher ist sie Hauptaugenmerk der Wasserpfeifenhändler und-tüftler. Doch nicht nur Jugendliche schlagen immer häufiger zu, auch Erwachsenen finden langsam einen Draht zu dem fremden Rauchgerät aus dem Orient. Heute sichert die Shisha in Deutschland Arbeitsplätze und behält dabei ihr gemeinschaftliches Flair. „Shisha raucht man zusammen, Shisha verbindet“ sind genauso beliebte Aussagen wie „Jeder darf probieren, niemand muss es aber“. Inzwischen befindet sich die Shisha auf dem besten Weg sich fest in unsere Kultur zu integrieren und findet immer mehr Anhänger, unabhängig von Alter, Herkunft oder Beruf.

Steckt die Geschichte der Wasserpfeife noch in den Kinderschuhen oder ist sie bereits auf dem absteigenden Ast? Diese Frage wird bis auf weiteres unbeantwortet bleiben, fest steht aber, dass die Geschichte der Shisha in Deutschland bisher eine reine Erfolgsstory ist, mit bisher ungeahntem Ausgang.

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